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ADHS bei Musiker:innen – Psychotherapie in Berlin-Mitte

Auf der Bühne entscheidet sich nicht, was Sie können.
Sondern, ob Sie darauf zugreifen können.

Viele Musikerinnen und Musiker mit ADHS erleben genau diese Situation:

Die Fähigkeit ist da – aber sie ist nicht immer zuverlässig abrufbar.

Sie können es.

Nur nicht immer dann, wenn es zählt.

Im Proberaum läuft es.
Sie sind im Flow, präzise, musikalisch, wach.

Und dann: Bühne. Aufnahme. Vorspiel.

Und etwas kippt.

Oft, ohne dass Sie genau sagen können, warum.

Der Fokus wird plötzlich eng – oder springt ganz weg.
Gedanken werden laut.
Der Körper macht sein eigenes Ding.
Timing wird unsauber.

Sie hören zu viel. Denken zu viel. Wollen zu viel gleichzeitig.

Und danach bleibt die Frage:
Warum war es plötzlich nicht mehr da?

Diese Erfahrung ist belastend – und gleichzeitig gut erklärbar.

Schwierigkeiten in Auftrittssituationen spielen dabei häufig eine zentrale Rolle.
→ Mehr dazu auf der Seite
Auftrittsangst

Was dahintersteckt

Das ist kein Zufall.

Bei ADHS verarbeitet das Gehirn Informationen anders – schneller, vernetzter, aber auch störanfälliger.

Gerade unter Druck, wie in Auftrittssituationen, kann das dazu führen, dass Fokus und Steuerung nicht mehr zuverlässig funktionieren.

Das betrifft nicht nur Konzentration, sondern auch:

  • Timing

  • Reizverarbeitung

  • Selbstregulation

ADHS bei Musiker:innen – typische Anzeichen

Viele Betroffene sind hoch leistungsfähig, kreativ und engagiert.

Gleichzeitig zeigen sich häufig:

  • Schwierigkeiten, den Fokus zu halten

  • innere Unruhe

  • Probleme, Dinge zu strukturieren und zu Ende zu bringen

  • stark schwankende Leistungsfähigkeit

  • das Gefühl, „mehr zu können, als abrufbar ist“

Gerade im künstlerischen Bereich bleibt ADHS oft lange unerkannt.

In der Praxis zeigt sich ADHS oft erst im Zusammenhang mit konkreten Anforderungen – etwa beim Üben, im Alltag oder in Auftrittssituationen.

Diagnostik

Wenn der Verdacht auf ADHS besteht, klären wir dies strukturiert:

  • ausführliche Anamnese

  • standardisierte Diagnostik

  • Einordnung im Alltag und im musikalischen Kontext

Ziel ist eine klare und differenzierte Einschätzung.

Diagnostik im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung

Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung ist eine leitliniengerechte Diagnostik möglich, sofern ein entsprechender Verdacht vorliegt. Diese umfasst die grundlegende diagnostische Abklärung.

Erweiterte Diagnostik (optional)

In bestimmten Fällen kann eine vertiefte Diagnostik sinnvoll sein – insbesondere bei:

  • hohen kognitiven Anforderungen

  • künstlerischen Berufen

  • stark schwankender Leistungsfähigkeit

Diese kann z. B. umfassen:

  • umfangreichere testpsychologische Untersuchungen

  • strukturierte Fremdanamnese

  • differenzierte Analyse von Leistungs- und Aufmerksamkeitsprofilen

  • schriftliche fachliche Einordnung

Diese Leistungen sind nicht Bestandteil der kassenärztlichen Regelversorgung und können bei Bedarf als Selbstzahlerleistung erfolgen.

Warum eine vertiefte Diagnostik sinnvoll sein kann

Die klassische Diagnostik beantwortet vor allem die Frage:

→ Liegt ADHS vor – oder nicht?

Für viele ist das ausreichend.

Für andere nicht.

Gerade bei Musiker:innen und Menschen mit hohen Leistungsanforderungen zeigt sich häufig ein differenzierteres Bild:

  • Fähigkeiten sind vorhanden – aber nicht zuverlässig abrufbar

  • Fokus ist phasenweise hoch – aber nicht stabil steuerbar

  • Leistung schwankt stärker, als es erklärbar erscheint

In einem Erstgespräch klären wir, welcher diagnostische Umfang in Ihrer Situation sinnvoll ist und welche nächsten Schritte sich daraus ergeben.

Hier geht es nicht nur um die Diagnose.

Sondern um die Frage:

→ Wie funktioniert Ihr System unter realen Bedingungen?

Genau an dieser Stelle setzt die vertiefte Diagnostik an.

Therapie bei ADHS

In der Therapie geht es nicht darum, weniger zu wollen.

Sondern darum, die eigenen Fähigkeiten verlässlich abrufen zu können.

Ich arbeite mit kognitiver Verhaltenstherapie.

Das bedeutet:

  • Analyse konkreter Situationen (z. B. Auftritt, Probe, Aufnahme)

  • Erkennen typischer Muster

  • Entwicklung gezielter Strategien für Fokus, Steuerung und Präsenz

  • praktische Umsetzung im Alltag

Eigene Erfahrung als Musikerin

Ich spiele selbst Cello im Publikumsorchester des Konzerthauses Berlin.

Die Erfahrung, unter Beobachtung Leistung abrufen zu müssen, ist mir daher nicht nur aus therapeutischer Perspektive vertraut.

Diese Verbindung aus fachlicher und eigener Erfahrung prägt meine Arbeit.

Für wen ist das relevant?

  • professionelle Musiker:innen

  • Studierende an Musikhochschulen

  • ambitionierte Laienmusiker:innen

Rahmen

  • Psychotherapie für gesetzlich Versicherte, Privatpatienten und Selbstzahler

  • Termine können in der Regel zeitnah vereinbart werden

  • Online-Videosprechstunde möglich

Psychotherapie bei ADHS in Berlin

Wenn Sie sich in diesen Beschreibungen wiedererkennen, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen.

In einem Erstgespräch klären wir, ob ADHS eine Rolle spielt und welche konkreten nächsten Schritte sinnvoll sind.

Kontakt aufnehmen

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